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OT-Sicherheit in der Praxis: Die 5 Critical Controls für OT-Netze

Ein Mann hält eine Präsentation vor sitzenden Personen in einem Raum mit großem Bildschirm.

Dieser Beitrag richtet sich an OT-Betreiber, Produktions- und Werkleiter, IT-/OT-Security-Verantwortliche und CISOs, die wissen wollen, wie sich Operational Technology (OT) mit überschaubaren, priorisierten Schritten wirksam absichern lässt, von der Detection über die Netzwerkarchitektur bis zur konkreten Umsetzung. Grundlage sind zwei Praxisvorträge der OT Security Days von Orange Cyberdefense Germany: der Detection-Blick von Dragos und der Architektur-/Umsetzungsblick von Fortinet. Referenten: Olli Herterich (Solution Architect, Dragos) und Roland Renner (Business Development, Fortinet); Moderation: Rainer Bäder (Orange Cyberdefense).

Die vollständige Aufzeichnung finden Sie hier.

Den zweiten Teil zur Maschinenrichtlinie in der OT finden Sie hier oder als Artikel hier.

Das Wichtigste im Überblick

  • OT braucht einen eigenen Ansatz: OT-Umgebungen sind historisch gewachsen, oft nicht patchbar und klassische IT-Agents lassen sich nicht einfach auf Steuerungen ausrollen.
  • Fünf Prioritäten: Die SANS 5 Critical Controls for OT geben den Rahmen vor: Incident-Response-Plan, Defensible Architecture, Sichtbarkeit & Monitoring, Secure Remote Access und risikobasiertes Schwachstellenmanagement.
  • Fernzugriff ist das häufigste Einfallstor: Unsichere Consumer-Fernwartung (im Vortrag: ein offen laufendes Consumer-TeamViewer) findet sich in nahezu jeder OT-Umgebung.
  • Risikobasiert absichern, anstatt alles zu patchen: Now / Next / Never; nicht benötigte Ports/Dienste abschalten. Wo Patchen nicht geht, hilft virtuelles Patchen per IDS/IPS-Signaturen.
  • Sichtbarkeit ist Voraussetzung: Man kann nur abwehren, was man sieht: Asset-Inventar, Netzwerk-Monitoring und ein Modell der erlaubten Kommunikationswege.
  • Erst Risiko, dann Architektur: Start ohne „Big Bang": Risiko definieren, Assets erfassen, nach IEC 62443 klassifizieren, dann phasenweise eine risikogetriebene Architektur aufbauen.
  • IT/OT-Trennung & Segmentierung schützen die Produktion: Getrennte Netze, DMZ und (Mikro-)Segmentierung verhindern die laterale Ausbreitung. Das ist der Unterschied zwischen einem gestoppten Prozess und wochenlangem Produktionsausfall.
  • Zwei Welten, ein Zusammenspiel: Detection (Dragos) und Reaktion/Enforcement/Reporting (Fortinet) greifen über Integrationen ineinander, bis hin zu (halb-)automatisierten Policies.

Warum lässt sich OT-Sicherheit nicht einfach aus der IT kopieren?

OT-Netze unterscheiden sich grundlegend von klassischen IT-Umgebungen. Anlagen und Steuerungen laufen oft über Jahrzehnte, sind historisch gewachsen und lassen sich nicht ohne Weiteres neu starten oder patchen. Ein zentraler Unterschied betrifft die Werkzeuge: In der IT lässt sich Incident Response mit einem „Koffer voller Agents" erledigen, die man breit ausrollt. In der OT ist genau das nicht möglich, denn Agents auf Steuerungen oder Maschinen zu installieren ist schwierig bis unzulässig.

Deshalb setzt wirksame OT-Verteidigung primär am Netzwerk an: Man beobachtet die Kommunikation, statt Software auf jedem Endgerät zu installieren. Genau aus diesem Gedanken, „Wireshark auf Steroiden", um im Netzwerk nach Angreifern zu suchen, ist historisch der Monitoring-Ansatz für die OT entstanden.

Was sind die SANS 5 Critical Controls für OT-Security?

Als roter Faden dienen im Vortrag die SANS 5 Critical Controls for OT – bewusst nur fünf Maßnahmen, die bei den bekannten OT-Cyberangriffen den größten Schutz geboten hätten (die IT-Variante umfasst rund 20 Punkte). Sie sind ein pragmatischer Startpunkt statt eines überfrachteten Programms:

 

#

Control

Kernidee

1

Incident-Response-Plan

Realistische Szenarien je Branche/Region definieren (Ransomware, staatliche Akteure, Hacktivisten) und vorab festlegen, was im Ernstfall zu tun ist.

2

Defensible Architecture

Eine verteidigbare Architektur mit Segmentierung/Zonierung; Verbindungen müssen sich gezielt unterbrechen lassen, um Vorfälle einzugrenzen.

3

Visibility & Monitoring

Angriffe erkennt nur, wer das Netz sieht: Asset-Inventar und kontinuierliches Netzwerk-Monitoring.

4

Secure Remote Access

Fernzugriffe absichern. Das ist einer der häufigsten Angriffswege in der OT.

5

Risk-Based Vulnerability Mgmt.

Schwachstellen risikobasiert priorisieren statt pauschal patchen.

 

 

Die Controls sind bewusst schlank gehalten. Leitprinzip: „Bei allen Anforderungen gilt immer: basierend auf dem Risiko." Nicht jede Maßnahme muss überall in voller Tiefe umgesetzt werden. Die Entscheidung muss aber begründet und dokumentiert sein.

Wie sieht eine „defensible architecture" in der OT praktisch aus?

Für die Umsetzung dient das aus der IT-Security bekannte Defense-in-Depth- bzw. Zwiebelschalenmodell mit mehreren Ebenen – von Security-Policies und physischem Schutz über Netzwerksegmentierung bis zur Absicherung einzelner Komponenten. Auf Netzwerkebene beschreibt der Vortrag eine typische Architektur: Enterprise-Netz (mit Internetanbindung und Firewall) → DMZ als „Marktplatz" für Kunden-/Lieferantenzugriffe → industrielle Switch-Ebene mit VLAN-Segmentierung → OT-/Maschinennetz, zusätzlich durch Firewalls abgesichert. Eine Zone bündelt Komponenten mit gleichem Sicherheitsniveau; ein Kanal (Conduit) definiert den erlaubten Datenfluss zwischen Zonen. Empfohlen wird konsequentes Whitelisting statt Blacklisting.

Warum ist Secure Remote Access das häufigste Einfallstor?

Fernzugänge sind in der Praxis eine der größten Schwachstellen. Ein wiederkehrendes Bild aus den Assessments:

„Mein persönliches Highlight ist immer, dass ich bei jedem dritten Kunden irgendwo in der OT eine TeamViewer-Session finde, aber nicht das Professional, sondern das Consumer-TeamViewer, das da einfach offen mitläuft. Das sind so schöne Einfallstore, die man findet." Olli Herterich, Solution Architect, Dragos

Solche „schönen Einfallstore" sind für Angreifer leicht nutzbar. Fernzugriffe gehören zertifiziert, kontrolliert und auf das Nötigste beschränkt.

Wie funktioniert risikobasiertes Schwachstellenmanagement in der OT?

OT-Umgebungen sind oft alt und tragen viele Schwachstellen. Patchen ist häufig nicht möglich oder nicht sinnvoll. Der pragmatische Weg ist eine risikobasierte Priorisierung nach dem Muster Now / Next / Never:

  • Now: Schwachstellen mit bekannter aktiver Ausnutzung, ohne benötigte Credentials, mit echtem Impact auf die Automatisierung.
  • Next: relevant, aber weniger dringlich – geplant abarbeiten.
  • Never: kaum erreichbar oder ohne relevantes Risiko; bewusst zurückstellen und dokumentieren.

Wichtig: Statt zu patchen, lässt sich das Risiko oft anders mitigieren, etwa indem man den von der Schwachstelle genutzten Port/Dienst abschaltet oder streng auf die Geräte begrenzt, die ihn wirklich brauchen. Ein Beispiel aus dem Vortrag: Nutzt eine Schwachstelle TCP-Port 102 (typischer S7-Kommunikationsport), ist entscheidend, wer überhaupt Zugriff auf diesen Port hat; ein ganzes /16-Netz ist hochkritisch, eine einzelne Workstation deutlich weniger.

Wie erkennt man Angreifer im OT-Netz: Monitoring, Detection & Hunting?

Verteidigung beginnt mit Sichtbarkeit: Wer ist im Netz und wie kommuniziert er? Auf Basis der Asset-Daten werden Schwachstellen zugeordnet und Angriffe erkannt. Ein wichtiger Punkt aus dem Vortrag ist die Unterscheidung zwischen dem, was aktuell passiert und dem, was passieren kann: Reines Traffic-Monitoring zeigt nur den Ist-Zustand. Ein Network-Access-Modeling-Ansatz (im Vortrag: die Lösung „NP-View") modelliert zusätzlich die möglichen Kommunikationspfade über Ports und Firewalls und macht so „overpermissive" Regeln sichtbar, die man enger ziehen sollte. Ergänzt wird das durch Threat Detection und durch Playbooks, die von Incident-Respondern gepflegt werden und Schritt für Schritt vorgeben, wie ein Verdachtsfall zu untersuchen ist.

Was leisten Managed Services und Threat Intelligence für die OT?

Gerade Teams, die OT-Security erst aufbauen, müssen nicht alles von Tag 1 selbst können. Nachfolgend finden Sie mehrere Bausteine, die sich kombinieren lassen:

  • Managed Threat Hunting (im Vortrag „OT Watch"): proaktive Threat-Hunts im Kundennetz, inklusive Unterstützung bei Triage und Response, wahlweise als regelmäßiger Service oder als 24/7 Managed Protection.
  • OT-spezifische Threat Intelligence (im Vortrag „WorldView"): regelmäßige Reports zu aktuellen Angriffen, Schwachstellen der Automatisierungshersteller (z. B. Siemens, Rockwell) inkl. Bewertung der Auswirkungen und Mitigationen.
  • Incident Response als Retainer: vorab gebuchtes Stundenkontingent, das sich auch für Readiness/Risk/Vulnerability-Assessments, Architektur-Reviews, Tabletop-Übungen oder Pen-Tests nutzen lässt. Plattform-Kunden haben laut Vortrag einen SLA (Responder aktiv binnen 4 Stunden, vor Ort binnen 48 Stunden).

Ein wiederkehrender Praxis-Hinweis: Nicht jedes Risiko geht vom gezielten Angreifer aus. Auch versehentliche Fehler (z. B. ein gezogenes Netzwerkkabel) zählen dazu. Besonders kritisch ist die häufige OT-Backup-Lücke: Während die IT gute Backup-Policies hat, fehlt sie für Produktions- und Maschinen-Software oft.

Welche Rolle spielen KI und die IT/OT-Integration?

KI wird auch in der OT-Security zum Thema. Im Vortrag wird ein neu vorgestellter KI-Agent beschrieben, der auf kuratierten, menschlich erzeugten Daten (Threat-Intelligence-Reports, Service-Daten) statt auf beliebigen Internetquellen arbeitet. Nur mit belastbaren Daten liefert ein KI-Agent verlässliche Analysen, etwa um eine Notification einzuordnen oder zu prüfen, ob eine aktuelle Kampagne das eigene Netz betrifft. Für regulierte Umgebungen (Militär, kritische Infrastruktur) bleibt der Betrieb bewusst On-Prem und offline möglich.

„KI ist typischerweise: Müll rein, Müll raus. Deshalb ist Datenqualität ultrawichtig."Olli Herterich, Solution Architect, Dragos

Der zweite Hebel ist die IT/OT-Integration: OT-Monitoring wird mit Netzwerk-Enforcement gekoppelt. Im Vortrag geschieht das über die Integration von Dragos mit Fortinet (u. a. FortiGate, FortiManager, FortiSOAR, FortiAnalyzer, FortiSIEM). So lassen sich Assets abgleichen und auf Basis von Regeln automatische oder halbautomatische Policies auslösen: Der Analyst muss die Regel nicht mehr manuell bauen, sondern nur noch freigeben. Das bringt Geschwindigkeit, ohne die Kontrolle abzugeben.

Wie startet man ein OT-Security-Projekt ohne „Big Bang"?

Der häufigste Fehler ist, mit Produkten zu beginnen. Der empfohlene erste Schritt ist Risikomanagement, idealerweise mit einem Partner zusammen. Kern ist der „Risikoappetit": Das Unternehmen legt fest, wie viel Risiko es tragen will. Denn mehr Security ist nicht automatisch besser. Falsch gesetzte Sicherheitsmaßnahmen können selbst zum Störfaktor für die Produktion werden. Der klassische Ablauf:

  1. Strukturanalyse: vorhandene Netzwerkdiagramme und Informationen zusammentragen.
  2. Asset-Überblick: der wichtigste Schritt. Für ein CMDB-fähiges Asset-Management braucht es OT-spezialisierte Werkzeuge; die Tiefe (nur IP/MAC/Hersteller vs. vollständiges Inventar) ist bewusst zu wählen.
  3. Sicherheitsziele & Klassifizierung: meist entlang IEC 62443 (OT-Security-Standard) mit seinen Schutzniveaus; ergänzt um eine Bedrohungsmodellierung (Werte z. B. 0–100 je Gerät).
  4. Maßnahmen & Wirksamkeit: passende Controls auswählen und ihre Wirksamkeit nachweisen. Gerade unter NIS2 reicht „wir haben eine Firewall" nicht aus.
  5. Umsetzen & auditieren: phasenweise implementieren und mit internen/externen Audits gegenprüfen. Referenzrahmen stellt u. a. ISO 31000 und IEC 62443 dar.

Warum ist die Trennung von IT und OT der erste konkrete Schritt?

In der Praxis fehlt häufig noch die Trennung: Die Perimeter-Firewall wird genutzt, ein VLAN mit „OT" beschriftet und der Produktion überlassen. Besser ist eine echte Trennung mit einer DMZ. Der Clou bei der Datenlogik: Statt die IT in die OT greifen zu lassen, stellt die OT ihre Daten in einem gelagerten System bereit, aus dem sich IT/Business bedienen (z. B. für Einkauf, Logistik oder Predictive Maintenance). Auch die Fernwartung, die oft ein Wildwuchs aus vielen VPN-Servern ist, gehört in einen geschützten Bereich. Dabei ist Zusammenarbeit nötig:

„IT und OT sind nicht immer ganz so grün miteinander, müssen aber irgendwo zusammen an den Themen arbeiten."Roland Renner, Business Development, Fortinet

Wie schützt Netzwerksegmentierung die Produktion?

Der teuerste Fehler ist ein flaches Netz, in dem die Produktionszellen frei miteinander kommunizieren. Dringt ein Angreifer in eine Zelle ein, versucht er sich seitwärts auszubreiten. Das ist der Super-Gau, der regelmäßig in der Presse steht. Als Beispiel nennt der Vortrag den mehrwöchigen Produktionsausfall bei Jaguar (Land Rover) Ende 2025. Die Gegenmaßnahme ist (Mikro-)Segmentierung: Jede Zelle wird isoliert, sodass im schlimmsten Fall nur ein Prozess stoppt, nicht die ganze Produktion.

Wie bekommt man Security bis auf die Feldebene?

Je tiefer man in die OT kommt, desto schwieriger wird Security. Hier setzen mehrere praktische Bausteine an (im Vortrag am Fortinet-Portfolio gezeigt, das Prinzip gilt allgemein):

  • Rugged-Hardware: robuste Geräte für raue Produktionsumgebungen (neben Standard- und virtuellen Appliances).
  • Security auf Port-Level (FortiLink-Prinzip): Der Switch wird vom reinen „Durchreicher" zum Security-Device. Datenverkehr läuft über die Firewall und erhält so Funktionen wie Intrusion Detection direkt am Switch-Port.
  • Deep Packet Inspection: Befehle und Werte werden geprüft. Beispiel: Eine Brauerei erlaubt nur Füllmengen von 330/500 ml; ein Befehl mit „335" wird geblockt, weil er den Vorgaben widerspricht.
  • Virtuelles Patchen: Wo Anlagen 24/7 laufen und nur ein Wartungsfenster pro Jahr haben, erkennen IDS/IPS-Signaturen Ausnutzungsversuche und unterbinden die Kommunikation. Der eigentliche Patch kann später eingespielt werden.
  • Sichere Fernwartung (PAM): Eine Secure-Remote-Access-/PAM-Lösung weist Nutzern gezielt Privilegien zu, routet bis auf die benötigte Applikation und zeichnet Sitzungen auf. Das wird unter NIS2 ausdrücklich gefordert.

Wie spielen Dragos und Fortinet in der Praxis zusammen?

Vereinfacht deckt Dragos die Detection ab, Fortinet Reaktion, Enforcement und Reporting. Über die Integration (u. a. FortiAnalyzer, FortiSIEM, FortiManager, FortiSOAR, FortiGate) lassen sich Assets abgleichen und auf Basis von Regeln automatische oder halbautomatische Policies auslösen: Der Analyst muss die Regel nicht mehr manuell bauen, sondern nur noch freigeben. FortiSOAR-Playbooks verarbeiten die Dragos-Informationen weiter. Umgekehrt kann Fortinet auch Datenlieferant für Dragos werden: Im Praxisfall einer spanischen Umspannstation (Substation) wird der Kollektor eingespart, indem Switch und FortiGate den relevanten Traffic per VXLAN over IPsec in ein Rechenzentrum spiegeln. Der Betreiber definiert dabei genau, welche Daten übergeben werden.

Fazit: OT-Sicherheit gelingt in der Praxis nicht durch das Kopieren der IT

OT-Sicherheit gelingt nicht durch das Kopieren der IT, sondern durch wenige, konsequent umgesetzte Prioritäten und durch die richtige Reihenfolge: erst Risiko und Sichtbarkeit, dann Architektur, dann Produkte. Die SANS 5 Critical Controls liefern den Rahmen, IT/OT-Trennung und Segmentierung verhindern die laterale Ausbreitung und das Zusammenspiel aus Detection (Dragos) und Enforcement/Reporting (Fortinet) macht Reaktion skalierbar. Der wichtigste erste Schritt bleibt fast immer derselbe: sehen, was im eigenen OT-Netz passiert, die Fernzugänge in den Griff bekommen und mit einem risikobasierten Plan phasenweise vorgehen statt im „Big Bang".

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen IT- und OT-Security?

OT-Systeme sind historisch gewachsen, laufen lange und lassen sich oft nicht patchen oder mit Agents versehen. OT-Security setzt daher stärker am Netzwerk an (Monitoring, Segmentierung, Fernzugriffskontrolle) statt am einzelnen Endgerät.

Was sind die SANS 5 Critical Controls für OT?

Fünf priorisierte Maßnahmen: Incident-Response-Plan, Defensible Architecture, Visibility & Monitoring, Secure Remote Access und risikobasiertes Schwachstellenmanagement.

Wie startet man ein OT-Security-Projekt richtig?

Nicht mit Produkten, sondern mit Risikomanagement: Risikoappetit definieren, Assets erfassen, nach IEC 62443 klassifizieren, Bedrohungslage bewerten und dann phasenweise eine risikogetriebene Architektur aufbauen.

Warum kann man OT-Systeme oft nicht patchen?

Verfügbarkeit und Alter der Anlagen lassen Patches häufig nicht zu. Stattdessen mitigiert man risikobasiert: nicht benötigte Ports/Dienste abschalten, Zugriffe begrenzen und Schwachstellen nach Now/Next/Never priorisieren.

Wie sichert man Fernzugriffe (Remote Access) in der OT ab?

Fernwartung gehört zertifiziert, kontrolliert und auf das Nötigste beschränkt. Consumer-Tools (z. B. Consumer-TeamViewer) haben in der OT nichts zu suchen. Sie sind ein bevorzugtes Einfallstor.

Was bringt OT-spezifische Threat Intelligence?

Sie liefert bewertete Informationen zu aktuellen OT-Angriffen und Hersteller-Schwachstellen inkl. Mitigationen. So lässt sich prüfen, ob eine laufende Kampagne die eigene Umgebung betrifft.

Wie hängen Dragos und Fortinet in der Praxis zusammen?

OT-Monitoring (Dragos) wird mit Netzwerk-Enforcement (Fortinet) gekoppelt: Assets werden abgeglichen und Regeln (halb-)automatisch ausgelöst. Der Analyst gibt nur noch frei.

Rainer Bäder

Senior Buisness Development Manager
Orange Cyberdefense

Über den Autor

Rainer Bäder ist CISO und Senior Business Development Manager bei Orange Cyberdefense Germany und verfügt über langjährige Erfahrung in der Cyber- und OT-Security. Sein Schwerpunkt liegt auf der Absicherung industrieller Anlagen und kritischer Infrastrukturen, insbesondere nach Standards wie ISA/IEC 62443. Durch seine tiefgehende Expertise in Vulnerability- und Risk-Management, ISMS (ISO 27001), SIEM, SOC-Architekturen sowie Network- und Cloud-Security unterstützt er Unternehmen dabei, robuste Sicherheitsstrategien für Operational Technology zu entwickeln und umzusetzen. In seiner Rolle verbindet er technisches Know-how mit strategischem Business Development und gilt als anerkannter Experte für OT-Security und ganzheitliche Sicherheitsarchitekturen.

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