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NATO Locked Shields 2026: Wie Orange Cyberdefense kritische Infrastrukturen unter Live-Fire-Bedingungen verteidigte

Mehrere Personen sitzen in einem Security Operations Center an Computerarbeitsplätzen mit mehreren Monitoren. Auf den Bildschirmen sind verschiedene Analyse- und Monitoring-Oberflächen sowie Code-Darstellungen zu sehen. Im Vordergrund trägt eine Person einen blauen Hoodie mit dem Aufdruck „Locked Shields 2026“.

(Foto: Bundeswehr / Susanne Carle)

 

Kerstin Hörmann
Technical Lead & CI Manager

Lesezeit: ca. 13 Minuten

Locked Shields gilt als die weltweit größte und anspruchsvollste Live-Fire-Cyberabwehrübung der NATO. Mehr als 4.000 Cybersecurity-Expert*innen aus über 40 Nationen verteidigen dabei kritische Infrastrukturen gegen koordinierte Cyberangriffe unter Echtzeitbedingungen.

Auch 2026 war Orange Cyberdefense erneut Teil der multinationalen Blue Teams und unterstützte die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg (DACHL) mit spezialisierten Expert*innen aus den Bereichen Detection & Response sowie Managed SIEM.

Die Übung zeigt eindrucksvoll, welche Fähigkeiten moderne Cyberabwehr heute benötigt: schnelle Angriffserkennung, maximale Transparenz über komplexe IT-Umgebungen, effiziente Incident Response und internationale Zusammenarbeit unter hohem Zeitdruck.

Was ist die NATO-Übung Locked Shields?

Locked Shields ist eine jährlich stattfindende Cyberverteidigungsübung des NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOE). Ziel der Übung ist es, realistische Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen zu simulieren und internationale Blue Teams unter Echtzeitbedingungen zu testen.

Die teilnehmenden Teams verteidigen dabei komplexe digitale Infrastrukturen gegen koordinierte Angriffe auf:

  • Energieversorgung
  • Telekommunikation
  • Militärsysteme
  • Regierungsnetzwerke
  • industrielle Steuerungssysteme (OT)

Im Fokus stehen dabei nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch:

  • Incident Response
  • Krisenmanagement
  • Threat Detection
  • Kommunikation
  • Entscheidungsfähigkeit unter Druck

Locked Shields gilt weltweit als Benchmark für moderne Cyberresilienz und operative Cyberabwehr.

Warum Locked Shields als härteste Cyberabwehrübung der Welt gilt

Die Besonderheit von Locked Shields liegt in der extrem realitätsnahen Simulation hochkomplexer Angriffsszenarien. Anders als klassische Tabletop-Übungen arbeiten die Teams unter sogenannten „Live-Fire“-Bedingungen.

Das bedeutet: Angriffe finden in Echtzeit statt und müssen unmittelbar erkannt, analysiert und abgewehrt werden.

Die Übung kombiniert dabei:

  • Advanced Persistent Threats (APT)
  • Ransomware-Szenarien
  • Angriffe auf OT-Systeme
  • Desinformation
  • Supply-Chain-Angriffe
  • koordinierte Multi-Vector-Attacken

Für die Verteidiger zählt jede Minute. Fehlentscheidungen können direkte Auswirkungen auf kritische Systeme und Services haben. Ein CyberSOC Techlead von Orange Cyberdefense beschreibt die Übung als eine der intensivsten Erfahrungen seiner Karriere:

„Ich arbeite seit sechs Jahren im Bereich Detection & Response, aber Locked Shields ist immer wieder eine andere Liga. Die Angriffe sind hochdynamisch, präzise orchestriert und erzeugen permanenten Entscheidungsdruck.“ - Jörn Tillmanns, Technical Lead & Senior Security Analyst, Orange Cyberdefense

Gerade diese Kombination aus technischer Komplexität, Geschwindigkeit und internationaler Zusammenarbeit macht Locked Shields zu einer der anspruchsvollsten Cyberabwehrübungen weltweit.

Orange Cyberdefense erneut Teil multinationaler Blue Teams

Auch 2026 war Orange Cyberdefense erneut Teil von Locked Shields und unterstützte das internationale Blue Team der Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg (DACHL).

Die Expert*innen von Orange Cyberdefense arbeiteten dabei gemeinsam mit internationalen Partnern an der Verteidigung komplexer IT- und OT-Infrastrukturen gegen hochentwickelte Angriffsszenarien.

Bereits 2025 sammelte Orange Cyberdefense wertvolle Erfahrungen innerhalb eines Siegerteams in den Bereichen:

  • Hardening
  • Detection Engineering
  • Incident Response
  • OT Security
  • Web Application Security

Die erneute Teilnahme unterstreicht den hohen Anspruch des Unternehmens, moderne Cyberabwehr unter realitätsnahen Bedingungen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Rolle von Orange Cyberdefense Germany

Orange Cyberdefense Germany stellte 2026 zwei hochspezialisierte Expert*innen für das DACHL-Blue-Team:

  • einen CyberSOC Techlead & Senior Security Analyst
  • eine Managed SIEM Expertin

Der Fokus lag insbesondere auf:

  • schneller Angriffserkennung
  • effizientem Deployment von Security-Tools
  • zentralisierter Log-Analyse
  • Echtzeit-Monitoring
  • Incident Response

Die Managed SIEM Expertin beschreibt insbesondere die Herausforderung der schnellen Visibilität innerhalb komplexer Infrastrukturen:

„Innerhalb kürzester Zeit müssen Logquellen angebunden und Security-Tools ausgerollt werden, damit Analyst*innen Angriffe frühzeitig erkennen und effektiv reagieren können. Hier zählt jede Sekunde.“ – Kerstin Hörmann, Managed SIEM Expertin, Orange Cyberdefense

Die Erfahrungen aus Locked Shields liefern wertvolle Erkenntnisse für reale Unternehmensumgebungen, insbesondere im Bereich kritischer Infrastruktur und hochregulierter Branchen.

Zwei Personen stehen vor mehreren Länderflaggen und halten Urkunden der Veranstaltung „Locked Shields 2026“ in den Händen. Zwischen ihnen befindet sich ein großer Plüschhund. Beide Personen blicken in die Kamera.

Warum SIEM, EDR und NDR entscheidend für moderne Cyberabwehr sind

Moderne Cyberabwehr basiert heute auf der engen Verzahnung verschiedener Detection- und Response-Technologien.

Besonders entscheidend sind:

SIEM (Security Information and Event Management)

SIEM-Systeme sammeln, korrelieren und analysieren sicherheitsrelevante Logdaten aus unterschiedlichen Quellen.

Dadurch entsteht zentrale Visibilität über sicherheitskritische Ereignisse innerhalb der gesamten Infrastruktur.

EDR (Endpoint Detection and Response)

EDR-Lösungen überwachen Endgeräte und erkennen verdächtige Aktivitäten wie:

  • Malware-Ausführung
  • Privilege Escalation
  • laterale Bewegungen
  • ungewöhnliche Prozessaktivitäten

NDR (Network Detection and Response)

NDR analysiert Netzwerkverkehr in Echtzeit und identifiziert versteckte oder ungewöhnliche Kommunikationsmuster innerhalb der Infrastruktur.

Gerade bei komplexen Angriffen ist die Kombination aus SIEM, EDR und NDR entscheidend, um:

  • Angriffe frühzeitig zu erkennen
  • Bedrohungen einzugrenzen
  • schnelle Gegenmaßnahmen einzuleiten
  • Incident Response effizient zu koordinieren

Locked Shields zeigt eindrucksvoll, wie wichtig integrierte Detection- und Response-Architekturen für moderne Cyberresilienz geworden sind.

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Welche Erkenntnisse Unternehmen aus Locked Shields ziehen können

Die Bedrohungslage für Unternehmen entwickelt sich zunehmend dynamisch. Angriffe werden automatisierter, koordinierter und schwerer erkennbar. Locked Shields verdeutlicht deshalb mehrere zentrale Erkenntnisse für Unternehmen:

  1. Geschwindigkeit entscheidet: Je schneller Angriffe erkannt werden, desto geringer sind potenzielle Schäden.
  2. Visibilität ist essenziell: Unternehmen benötigen vollständige Transparenz über Netzwerke, Endgeräte, Cloud-Systeme, OT-Infrastrukturen, Benutzeraktivitäten
  3. Cyberresilienz ist Teamarbeit: Effektive Cyberabwehr erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen SOC-Teams, Incident Response, IT Operations, OT-Security, Management, externen Partnern
  4. Realistische Übungen sind unverzichtbar: Cyberresilienz entsteht nicht allein durch Technologie, sondern durch operative Vorbereitung unter realistischen Bedingungen.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel moderner Cyberresilienz

Cyberangriffe machen nicht an Ländergrenzen halt. Gerade Angriffe auf kritische Infrastrukturen betreffen häufig mehrere Staaten, Unternehmen und Versorgungssysteme gleichzeitig. Internationale Kooperation wird deshalb zunehmend zu einem entscheidenden Faktor moderner Cyberabwehr.

Locked Shields demonstriert, wie wichtig:

  • gemeinsamer Wissenstransfer
  • abgestimmte Incident-Response-Prozesse
  • gemeinsame Threat Intelligence
  • standardisierte Sicherheitsverfahren
  • vertrauensvolle Zusammenarbeit

für die Verteidigung komplexer digitaler Infrastrukturen geworden sind.

Die Zusammenarbeit multinationaler Teams schafft dabei wertvolle Erfahrungen, die weit über die Übung hinaus für reale Sicherheitsstrategien relevant sind.

Fazit: Warum Live-Fire-Cyberübungen für Unternehmen immer wichtiger werden

Locked Shields 2026 zeigt eindrucksvoll, wie realistisch moderne Cyberverteidigung heute trainiert werden muss.

Unternehmen, Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen stehen zunehmend unter Druck, hochentwickelte und koordinierte Cyberangriffe frühzeitig zu erkennen und effizient darauf zu reagieren. Die Erfahrungen von Orange Cyberdefense innerhalb multinationaler Blue Teams verdeutlichen dabei: Erfolgreiche Cyberabwehr erfordert nicht nur moderne Technologien, sondern vor allem operative Exzellenz, schnelle Entscheidungsfähigkeit und internationale Zusammenarbeit unter Echtzeitbedingungen. Gerade deshalb gewinnen Live-Fire-Cyberübungen für Unternehmen weltweit immer stärker an Bedeutung.

Kerstin Hörmann

Technical Lead & CI Manager
Orange Cyberdefense

Über die Autorin

Kerstin Hörman ist Managed-SIEM-Expertin bei Orange Cyberdefense und verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Security Operations und SIEM-Management. Ihre Karriere begann sie als Security Analystin, wo sie über viele Jahre hinweg Kunden bei der Überwachung und Absicherung ihrer IT-Umgebungen betreute. Anschließend wechselte sie in das Managed-SIEM-Team und spezialisierte sich auf die Architektur sowie die Administration von SIEM-Umgebungen für Service-Kunden. Darüber hinaus verantwortet Kerstin die Betreuung und Administration der Demo- und Testumgebungen der eingesetzten Security-Tools. Mit ihrer technischen Expertise und ihrer praxisnahen Herangehensweise trägt sie maßgeblich dazu bei, stabile und leistungsfähige Security-Monitoring-Lösungen bereitzustellen.

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