Nach Angriffen auf Kühlanlagen in mehreren europäischen Ländern sind auch deutsche Supermärkte betroffen. Die Vorfälle zeigen, wie digitale Eingriffe Warenbestände und Betriebsabläufe gefährden – und weshalb vernetzte Betriebstechnik in die Sicherheitsstrategie des Handels gehört. [1, 2]
Öffentlich gemeldet wurden Vorfälle in CAP-Märkten in Wuppertal und Wetter-Volmarstein, einem Rewe-Markt in Raesfeld sowie Edeka-Märkten in Lilienthal und Reisbach. In Reisbach wurden die Anlagen nach Angaben des Betreibers nachts auf einen Heizbetrieb mit 50 Grad umgestellt. Ein Großteil der Ware musste entsorgt werden; die Kriminalpolizei ermittelt. Die Meldungen betreffen einzelne Standorte und belegen keinen flächendeckenden Angriff auf die jeweiligen Handelsketten. [2, 4]
Das BSI bestätigt Manipulationen an internetverbundenen Kühlanlagen-Steuerungen in Deutschland. Die Versorgungssicherheit ist nach Einschätzung der Behörde nicht gefährdet. [3]
Öffentlich gemeldet wurden Vorfälle in CAP-Märkten in Wuppertal und Wetter-Volmarstein, einem Rewe-Markt in Raesfeld sowie Edeka-Märkten in Lilienthal und Reisbach. In Reisbach wurden die Anlagen nach Angaben des Betreibers nachts auf einen Heizbetrieb mit 50 Grad umgestellt. Ein Großteil der Ware musste entsorgt werden; die Kriminalpolizei ermittelt. Die Meldungen betreffen einzelne Standorte und belegen keinen flächendeckenden Angriff auf die jeweiligen Handelsketten. [2, 4]
Das BSI bestätigt Manipulationen an internetverbundenen Kühlanlagen-Steuerungen in Deutschland. Die Versorgungssicherheit ist nach Einschätzung der Behörde nicht gefährdet. [3]
Bereits in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2026 waren mehrere hundert französische Supermärkte betroffen. Anfang November folgten weitere europäische Länder. Die Angreifer sollen Einstellungen der Kühlanlagen aus der Ferne verändert, Abtauvorgänge ausgelöst und teilweise Temperaturalarme beeinträchtigt haben. [1]
Die französische Sicherheitsbehörde CERT-FR meldet Kompromittierungen von Fernsteuerungen der Danfoss-Reihen AK-SM und AK-SC sowie von Copeland XWEB und Dixell XWEB. Diese Angaben beziehen sich auf die dort dokumentierten Vorfälle; welche Geräte in den einzelnen deutschen Märkten betroffen waren, ist damit nicht belegt. [5]
Als mögliche Einstiegspunkte kommen öffentlich erreichbare Verwaltungsoberflächen, unzureichend geschützte Fernwartung, schwache Passwörter und veraltete Systeme infrage. Welche davon tatsächlich ausgenutzt wurden, ist nicht für jeden Fall abschließend geklärt. [1]
Aus den Empfehlungen von BSI und CERT-FR ergeben sich vier unmittelbare Prüfpunkte: [3, 5]
CERT-FR warnt zudem: Ein Zurücksetzen allein schützt eine weiterhin öffentlich erreichbare, ungepatchte Anlage nicht vor einer erneuten Kompromittierung. Änderungen sollten mit den zuständigen Technik- und Wartungspartnern abgestimmt werden. [5]
Kühlanlagen gehören zur operativen Betriebstechnik, kurz OT. Ihre Absicherung erfordert klare Zuständigkeiten zwischen Marktbetreiber, IT und Wartungsdienstleister – auch für den Fall, dass ein verdächtiger Fernzugriff kurzfristig gesperrt werden muss.
„Die jüngsten Cyberangriffe auf Kühlanlagen in Europa machen deutlich, wie entscheidend digitale Sicherheit für die Versorgung und den Betrieb kritischer Infrastrukturen ist. Betreiber sollten eine klare Übersicht über ihre Anlagen und deren Vernetzung haben und diese selbstverständlich absichern. Dazu gehört auch, Zugriffe konsequent zu begrenzen und zu überwachen sowie Notfallpläne regelmäßig zu testen.“
Rainer Bäder, CISO und OT-Beauftragter bei Orange Cyberdefense Germany

11 September 2026 | Blog